Linux Mint 17.2 Installation & kleines 1 mal 1

Linux ausprobieren / Die Grundlagen 1

Linux Mint2

Linux Mint Bootscreen

Ein großer Vorteil der Linux-CDs ist, dass man mit ihnen Linux vorher ausprobieren kann ohne den PC zu verändern (Live-CDs). Man muss allerdings viel Geduld mitbringen, CDs sind für solch eine Anwendung doch sehr langsam, es reicht jedoch um auszutesten ob alles – neben der PC Hardware bspw. auch Drucker, WLAN usw. – funktioniert. Da leider nicht jeder Hersteller auf Linuxkompatibilität Acht gibt ist das relativ wichtig.

Linux Mint7

Anmeldebildschirm

Legt also eure gebrannte Mint LiveDVD ein / steckt den USB Stick ein und startet den PC neu. Euer PC sollte nun anfangen vom Medium zu booten. Falls er das nicht tut müsst ihr während des bootens F11 drücken, das öffnet bei den meisten Computern die Auswahl des Bootmediums.

Nach einem mehr oder weniger langen Bootvorgang (wie erwähnt ist ein Boot von DVD sehr langsam) erscheint erst eine Anmeldeseite – da dies jedoch die LiveCD ist müsst ihr euch dort nicht anmelden, nach 10 Sekunden tut er dies von selbst. Danach erscheint euer Linux Mint Desktop.

Nun könnt ihr das System ausprobieren. Mich persönlich erinnerte die Oberfläche als erstes ein

Linux Mint Desktop

Linux Mint Desktop

wenig an Windows 98, wohl aufgrund der Schnellstartleiste unten links. Anders als bei Windows ist das Startmenü jedoch sehr aufgeräumt und organisiert sich selbst – Die Anwendungen sind in Untergruppen wie „Büro“, „Grafik“ und „Multimedia“ einsortiert, Programme die ihr neu installiert sortieren sich dort selbstständig ein oder aber werden, wenn sie nicht wissen wohin sie sollen, in eine neue Kategorie „Sonstige“ gesteckt.

Bevor ihr nun loslegt mit dem ausprobieren eine wichtige Info: Nichts von dem was ihr jetzt macht wird durch die Installation gespeichert. Es ist lediglich ein Test- und Reparaturmodus.


Der Paketmanager & das Superuser-Passwort

Anders als Windows sind auch die Anwendungen im System immer sortiert durch den sogenannten Packetmanager. Die meisten Anwendungen können auch über diesen ganz einfach bezogen werden. Öffnet dazu das Startmenü und klickt links in der großen Liste auf das zweitoberste Icon „Anwendungsverwaltung“. Sollte er euch nach eurem Passwort fragen lasst es einfach leer und drückt Enter.

In Linux wird das System durch euer persönliches Superuser (root) Passwort geschützt. Änderungen am System – also beispielsweise wenn ihr etwas installiert oder Updates installiert, aber auch wenn ein Programm etwas außerhalb seiner eigenen Ordner machen will, müsst ihr dies mit eurem Passwort bestätigen. Solange der Benutzer das Passwort also nicht an einer nicht-vertrauenswürdigen Stelle eingibt (innerhalb des Browsers z.B.) ist das grundlegende System gegen Viren resistent.

Anwendungsverwaltung

Anwendungsverwaltung

In der geöffneten Anwendungsverwaltung seht ihr die vorgeschlagenen Kategorien, unter denen ihr nach einem Programm suchen könnt für das was ihr gerade braucht. Wir nun testweise Skype. Gebt also oben rechts im Suchfenster „Skype“ ein und drückt Enter.

Unter den ausgeworfenen Suchergebnissen sollte Skype ganz oben stehen, sowie einige andere Dinge die mit Skype zu tun haben, die uns aber nicht interessieren. Mit einem Doppelklick auf Skype kommen wir zu dessen Seite mit Beschreibung, Bildern, technischen Details und Nutzerbewertungen und dem Installationsknopf am rechten Rand. Mit einem klick darauf wird die Anwendung von der Verwaltung selbstständig heruntergeladen, installiert und grundlegend konfiguriert.

Dieses System hat einen sehr großen Vorteil gegenüber Windows – es müllt nicht so einfach voll. Das tut Windows von Natur aus ja leidenschaftlich gern. Das Superuserpasswort wiederrum stellt sicher das Schadsoftware kaum Chance hat und wirklich nur die Dinge am Linux verändert werden die man selbst so möchte. Daher empfiehlt sich ein starkes Passwort das sich jedoch auch einfach schreiben lässt – dies legt man später während der Installation fest. Nachteil des ganzen ist natürlich das man Programme nicht so einfach woanders als auf der Systemfestplatte installieren kann.

Falls ihr ein Programm was es für Linux gibt nicht im Paketmanager findet könnt ihr auch ganz klassisch danach googlen. Die üblichen Möglichkeiten zur Installation sind dann entweder eine .deb Datei, das hinzufügen einer Datenquelle für die Anwendungsverwaltung (Repository, wird eigentlich immer erklärt wie das geht) oder das Installieren per .run Datei oder gar des Quellcodes, was Normalnutzer jedoch meistens überfordert.

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4 comments

  • Gabriel Fischer on 31. August 2015 at 19:03 said:

    Ich bin mit dem Beitrag unzufrieden. Sie wollen nicht die Datenkrake Windows nutzen, was ich schon mal sehr gut finde. Zu viele Menschen nutzen Windows, obwohl sie von den Problemen wissen. Teilweise werden diese sogar traurigerweise verteidigt („wer nichts zu verstecken hat, hat nichts zu befürchten“). GNU+Linux Mint sehe ich jedoch als unpassende Alternative an.

    Ein Problem von Windows ist, dass es eine Black Box ist. Man kann den Quellcode nicht einsehen, also kann man nicht genau wissen, wie etwas und was ungewollt an Andere gesendet wird. GNU+Linux Mint hat dasselbe Problem.
    – Der Kernel von GNU+Linux Mint beinhaltet unfreie Firmware-BLOBs
    – es nutzt die Paketarchive von Ubuntu, weshalb freie Software nicht von unfreier Software getrennt wird
    – es bewirbt nicht-freie Software und proprietäre Codecs (und installiert diese)

    In diesem Beitrag empfehlen auch Sie nicht-freie Software, z.B. nicht-freie Treiber, Teamspeak 3 und Skype. Vorallem Skype ist nicht dafür bekannt, sorgfältig mit privaten Daten umzugehen. Außerdem müllt es 64-Bit Systeme mit unnötigen Abhängigkeiten zu, da es (wie bei Steam) nur eine 32-Bit Version gibt.
    Das waren die mir bekannten Probleme, wenn es um GNU/Linux Mint und Datenschutz geht. Jedoch habe ich noch weitere Probleme mit dem System.

    – es nutzt Upstart
    Selbst das kontroverse SystemD erfüllt die Aufgaben eines Init-Systems besser.
    – viele Pakete wurden modifiziert
    Ich bevorzuge Vanilla-Pakete.
    – standardmäßig kein Root Account, stattdessen „sudo“
    Ich bevorzuge es, mit „su“ an Root-Rechte zu gelangen und sonst einen Account ohne diese zu nutzen. GNU+Linux Mint bietet bei der Installation keine Option dafür.
    – es gibt keine Minimal-Installation
    Mir werden viel zu viele Pakete, die ich gar nicht brauche und will installiert, ohne eine Funktion, das zu verhindern. Für Anfänger mag das so besser sein, für erfahrenere Benutzer jedoch nicht. Viele andere bekannte Distributionen haben das besser gelöst (z.B. mit Netzwerkinstallationen).
    – es nutzt nicht das Rolling Release Modell und es gibt keine Option, dieses zu aktivieren.
    Auch hier bevorzuge ich das, was GNU+Linux Mint nicht bietet. Erneut haben andere Distributionen das besser gelöst (z.B. Fedora mit Rawhide und Debian mit Testing).
    – das Hinzufügen von Fremdquellen
    Sie haben beschrieben, wie man Fremdquellen hinzufügt. Das System von Ubuntu kann leicht zur sogenannten „Dependency Hell“ führen. Die Distribution Arch zeigt mit dem „Arch User Repository“, kurz AUR, wie das besser gelöst werden kann.

    Außerdem fehlt mir „Tox“ als Alternative zu Skype.
    Und LibreOffice ist nicht vollständig kompatibel zu MS Office. Vorallem bei Präsentationen können Probleme auftreten.

    • Sereiya on 31. August 2015 at 19:28 said:

      Ich habe für diesen Artikel etwas getan was den meisten, die Linux aus Überzeugung nutzen, sehr sauer aufstößt: Ich habe die Freiheit der Software völlig ignoriert. Wieso ich das getan habe ist der Bequemlichkeit zuzuschreiben: Jemand der mit dem System einfach nur arbeiten möchte und sich hohe und vorallem direkte Kompatibilität bspw. zum Smartphone oder Peripheriegeräten wünscht kümmert sich für gewöhnlich nicht darum ob eine Software nun Open-Source ist oder nicht. Arch oder Gentoo ist einem unerfahrenen Windows’ler schlichtweg nicht zu empfehlen.
      Dem geschuldet ist auch das ich Teamspeak 3 und Skype erwähne – wobei ich bei Skype tatsächlich vergaß zu erwähnen das auch dieses loggt. Doch viele nutzen es und würden nicht wechseln wenn sie plötzlich vieles nicht mehr wie gewohnt tun könnten.
      Das LibreOffice mit MS Office doch 1-2 Probleme hat wusste ich nicht, das korrigiere ich gleich. Danke für den Hinweiß.

      Was sie sonst noch schrieben ist eher ihrer Vorliebe geschuldet. Auch hier muss ich sagen das es den Durchschnittsnutzer nicht interessiert wie er/sie Dinge als root ausführt, und das bei der Installation nicht mitinstallierte Codecs eher sehr störend wären.

  • Gabriel Fischer on 31. August 2015 at 16:16 said:

    Ich würde hier nur gerne für Klarheit sorgen. Was Sie Linux nennen ist eigentlich GNU/Linux oder wie ich angefangen habe es zu nennen, GNU+Linux. Linux an sich ist kein Betriebssystem, sondern nur eine weitere freie Komponente eines funktionierenden GNU-Systems, das durch die GNU-Corelibs, Shell Werkzeuge und weiteren unerlässlichen System-Komponenten besteht, was ein Betriebssystem, wie es nach „POSIX“ definiert ist, ergibt.

    Viele Nutzer nutzen eine modifizierte Version des GNU-Systems jeden Tag, ohne es zu wissen. Durch eine eigenartige Wendung der Ereignisse wird die Version von GNU, welche heutzutage weit verbreitet ist oft Linux genannt, während viele Nutzer sich nicht bewusst sind, dass es eigentlich nur das GNU-System ist, das von dem GNU-Projekt entwickelt wurde.

    Es gibt wirklich ein Linux und Leute nutzen es, aber es ist nur ein Teil vom System, das sie verwenden. Linux ist der Kernel: Das Programm vom System, dass die Ressourcen des Rechners Programmen zuweist. Der Kernel ist ein essentieller Teil eines Betriebssystems, aber alleine nur nutzlos. Er kann nur im Kontext eines kompletten Betriebssytem funktionieren. Normalerweise wird Linux zusammen mit GNU genutzt: Das System ist also eigentlich GNU mit Linux, auch genannt GNU/Linux. Alle sogenannten Linux Distributionen sind eigentlich GNU/Linux Distributionen.

    (Bis auf Ausnahmen, zum Beispiel nutzt Android nicht das GNU-System.

    • Sereiya on 31. August 2015 at 19:17 said:

      Vielen Dank für den Kommentar. Diesen Unterschied kannte ich offengestanden noch nicht – GNU/Linux habe ich zwar bereits gehört, konnte es jedoch nie einsortieren.
      Wie sie schon richtig erfassten ist dieser Beitrag bei weitem nicht für jene die sich mit dem System auseinandersetzen gedacht, sondern für den Alltagsnutzer der einfach bloß ein stabiles Grundsystem braucht. Da auch in den Communitys „Linux“ als allgemeiner Begriff für GNU/Linux Systeme geläufig ist belasse ich es nun aber auch dabei. Wer völlig neu in der Thematik ist würden zu viele im Alltag nebensächliche Infos bloß zusätzlich verwirren wie ich finde.

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