Kommentar: Facebook und die Geschlechtsangabe

Neuerdings ist es bei Facebook nun ja so, das man nicht mehr nur „männlich“ und „weiblich“ als Geschlecht angeben kann, sondern auch mehr. Mein erster Gedanke war: Gut so! Endlich fühlen sich Intersexuelle nicht mehr ausgeschlossen.

Man kann nun auch „Custom“ wählen. Dies führt zu einem weiteren Eingabefeld, in dem jeder seine eigene Angabe treffen kann. Vorschläge gibts dann auch per Dropdownmenü ausreichend. Zuviele. Und ein Großteil auch noch falsch. Eine Auswahl:

So ein Blödsinn.

So ein Blödsinn.

„Agender, Androgyne, Pangender, FTM, MTF, Trans, Trans Female, Trans Male, Trans Person, Trans Woman, Trans*, Trans* Female“

Agender – alles klar, das ist verständlich (Bedeutung: Nichtgeschlechtlich). Pangender auch (ungefähre Bedeutung: Omnigeschlechtlich). Und für Trans Male und Trans Female habe ich auch Verständnis, auch wenn ich selbst als Betroffene es etwas seltsam finde sich sein Geschlecht so zu definieren – aber gut, das ist nur meine persönliche Meinung. Aber wozu der ganze andere Krempel? FTM und MTF („Female to Male“ und umgekehrt) bezeichnen die Transitionsrichtung, Trans Woman ist dasselbe wie Trans Female, welches von sich aus bereits doppelt vorgeschlagen wird, und was hat Androgyne dort zu suchen?

Ich möchte jetzt nichts gegen Personen sagen die sich so bezeichnen – aber wieso ist es notwendig, dass ein Dropdownmenü auftaucht wo jede Person mit diesen Vorschlägen erschlagen wird, die nichteinmal mir als Betroffene alle einleuchten? Toleranz ist prima, Inklusion noch viel mehr, aber dieses Feature geht den meisten Menschen lediglich auf den Wecker, wofür ich durchaus Verständnis habe.geschlecht-300x300

Es wäre viel sinnvoller gewesen, im Custom Eingabefeld neben „Male“ und „Female“ noch „Agender“, „Trans Male“ und „Trans Female“ vorschlagen zu lassen, und den Rest dem Nutzer zu überlassen, dort hineinzuschreiben was sie denken. So würde Transsexualität, Intersexualität, allgemein die Universalität der Sache gewahrt bleiben und gleichzeitig gezeigt werden, das Gender was normales ist, etwas, was neben der körperlichen Geschlechterdualität existiert. So jedoch sieht es aus wie so häufig: Da versucht sich etwas aggressiv in die Gesellschaft zu drücken. Solch ein offensives Verhalten über Jahrzehnte ist nicht „normal“, aber ist es nicht genau das, wie wir anerkannt werden wollen? Als ganz normale Menschen mit ihren Gefühlen und Geschichten? Also hört um Himmels willen auf damit.

Denn was passiert wenn Menschen sich bedroht fühlen wissen wir alle.

Nachtrag:

Das Dropdownmenü mit den ganzen Vorschlägen ist nicht automatisiert durch Nutzereingaben entstanden, sondern wurde durch LGBT-Rechtegruppen so vorgeschlagen. (Quelle: golem.de)

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Posted under: Gesellschaft, Leben, Transsexualität

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4 comments

  • Mellando on 19. Februar 2014 at 16:16 said:

    Bitte entschuldigt mein Unwissen und eventuelle Pietätlosigkeit. Aber wieso gibt jemand der in einem nämlichem Körper geboren wurde sich aber sich aber als weiblch/ dem weiblichem Geschlecht zugehörig fühlt, bei „geschlecht“ nicht einfach weiblich an?

    • Sereiya on 19. Februar 2014 at 16:48 said:

      Genau das frage ich mich ja auch. 😉 Manche Personen möchten da aber wohl gern unterscheiden was bzw. wo genau sie sind. Die massive Anzahl der Vorschläge die daraus resultierten machts allerdings absurd. Dafür gibts inzwischen den Begriff „Genderingwahn(sinn)“.

  • Anonym on 14. Februar 2014 at 21:48 said:

    Technische Seite: Wenn es wie zum Beispiel die Sprachangabe funktioniert, dann sind die angegebenen Optionen keinesfalls von Facebook vorgegeben, sondern von den Benutzern bevorzugt und/oder evtl. Gruppen, mit denen sich diese Benutzer betreffend ihres Geschlechtes identifizieren.

    Vorgaben, wie du sie vorschlägst, sind selbst mit der Möglichkeit auf Eigeneingabe keine gute Idee. Was für dich richtig klingt ist empfinden andere als Beleidigung. Jeder hat sein eigenes Empfinden, und dieses System erlaubt es eine Auswahl zu haben und Gleichgesinnte zu finden oder sich selbst zu definieren.

    • Sereiya on 14. Februar 2014 at 22:34 said:

      Stimmt wohl, in diesem Fall handelt es sich allerdings im im Vorfeld festgelegte Werte, die zusammen mit LGBT-Rechtegruppen definiert wurden. Also keine Automatik dahinter – deswegen meine Kritik.

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